Biegeradius beim Abkanten: Was die Zeichnung wirklich braucht
Der Biegeradius ist der Innenradius an der Kante, dort wo das Blech um die Stempelspitze liegt. Für 3 mm Stahl finden Sie online Werte zwischen 2,4 mm und 6,3 mm – je nach Quelle, Werkzeug und Werkstoffzustand. Keine dieser Zahlen gilt pauschal für Ihr Teil.
Der Radius steht in der Zeichnung, nicht in einer Faustregel. Kailai bewertet in Laizhou die Route anhand von Dicke, Werkstoff, Zustand, Winkel und der gewünschten Kantenqualität – nicht an einer fremden Tabelle.
—
Inhalt
- Was der Biegeradius auf der Presse ist
- Welcher Mindestradius für welches Material gilt
- Warum öffentliche Tabellen sich widersprechen
- Was auf der Zeichnung stehen muss
- Was passiert, wenn der Radius zu klein gewählt wird
- Welche Angaben Kailai für eine Bewertung braucht
- Häufige Fragen
—
Was der Biegeradius auf der Presse ist
Der Biegeradius bezeichnet den Innenradius an der Biegung – also die Rundung auf der Innenseite des Winkels, wo das Blech direkt am Stempel anliegt. Der Außenradius streut stärker und ist nicht immer exakt rund.
Das beschreibt ein Shop-Blog zum Biegeradius: gemeint sei die Innenseite der Kante, vom Beginn der Biegung bis zum Ende. Der Außenradius könne stärker streuen und sei nicht immer rund.
BHM zum Mindestbiegeradius nennt den kleinsten Radius, bei dem die Biegekante nicht beschädigt wird. Zugfestigkeit, Dicke, Werkzeug, Geschwindigkeit, Walzrichtung und Verfahren stehen dort als Einflussfaktoren. Die Laserhub-Biegerichtlinien ergänzen: der Innenradius folge vor allem der Gesenkweite; der Stempel habe nur geringen Einfluss.
Für Kailai bleibt das eine Lagebeschreibung, keine Millimeterzusage. Ob der Radius für Ihr Teil hält, bewertet die Zeichnung.

—
Welcher Mindestradius für welches Material gilt
Es gibt keine einheitliche Tabelle. Öffentliche Quellen widersprechen sich selbst für dieselbe Material-Dicken-Kombination.
| Quelle | Stahl 3 mm | Edelstahl 3 mm | Aluminium 3 mm |
|---|---|---|---|
| industrie-trends | 2,4 mm (0,8×) | 6,0 mm (2,0×) | 3,0 mm (1,0×) |
| 247tailorsteel (Shop) | 2,75 mm | 3,75 mm | 2,50 mm |
| BHM (Faustregel) | 3,0 mm (1×) | — | 6,0 mm (2×) |
| Laserhub (90°/3 mm) | ca. 3,0–6,3 mm | ca. 3,0–7,0 mm | ca. 3,8–7,5 mm |
Die Tabelle zeigt: vier verschiedene Quellen nennen für 3 mm Stahl vier verschiedene Werte – von 2,4 mm bis 6,3 mm. Das liegt daran, dass jede Quelle eine andere Annahme trifft: einmal die Materialzugfestigkeit, einmal das eigene Werkzeugfenster, einmal eine vereinfachte Formel.
BHM nennt für den Alltag Stahl 1-mal Blechstärke, Kupfer 1,5-mal, Aluminium 2-mal. GEMTEC zu Biegeradien schreibt für Baustahl zuerst das Ein- bis Anderthalbfache, später „mindestens die Blechdicke“, für Aluminium „mindestens 2-mal“.
Ich lese diese Tabellen als Orientierung, nicht als Werksmaß. Der Radius in Ihrer Zeichnung hat Vorrang vor jeder Online-Faustregel.

—
Warum öffentliche Tabellen sich widersprechen
Dieselbe Nenndicke ist nicht dieselbe Millimeterzahl – schon weil die tatsächliche Dicke um die Toleranz der Blechlieferung streut. Die Matrize folgt der realen Dicke, nicht der Nennangabe.
Der Shop-Blog gibt eine vereinfachte Formel Mindestbiegeradius = K × t und setzt K zwischen 0,5 und 2. Für 3 mm Edelstahl mit K etwa 1,25 ergibt das 3,75 mm – das trifft die Edelstahlzeile der Tabelle. Die Stahlzeile mit 2,75 mm ist aber weder 0,8-mal noch 1-mal Dicke.
GEMTEC benutzt den Buchstaben K einmal als 2 bis 3 für den Mindestradius und später als 0,2 bis 0,5 für die neutrale Faser. Das sind zwei verschiedene Größen mit demselben Buchstaben. Eine K-Faktor-Rechnung für die Abwicklung ist ein anderes Werkzeug als die Mindestradius-Bewertung.
Laserhub listet für 90° und 3 mm Stahl einen Innenradius von etwa 3,0 bis 6,3 mm – das ist ein Werkzeugfenster, keine Faustregel. Wer 2,4 mm neben 2,75 mm, 3 mm und 3,0 bis 6,3 mm legt, vergleicht vier Sätze für dieselbe Suchanfrage.
Ich kopiere keine dieser Raster. Jede Quelle spricht für ihr eigenes Werkzeug und ihre eigenen Materialannahmen.

—
Was auf der Zeichnung stehen muss
Ohne Revisionsstand vergleichen Sie Bögen, die nicht Ihr Teil meinen. Ohne Innen- oder Außenbezug vergleichen Sie Stempelmaß und Fertigmaß unter demselben Suchbegriff.
Laserhub schreibt: die aufgeführten Werte können je nach Werkzeug stark abweichen; konstruierte Radien würden ohne besondere Nachfrage nicht beachtet und automatisch auf Radien in dem angezeigten Bereich geändert. Das ist deren Konfiguratorablauf – nicht mein Werksablauf.
DIN Media zu DIN 6935:2011-10 nennt 13 Seiten zum Kaltbiegen von Flacherzeugnissen aus Stahl für Stahlbau und allgemeinen Maschinenbau. Die Ausgabe 2011 hat gegenüber 2010 unter anderem die Tabellen 1 bis 3 überarbeitet. Der Normtext liegt hinter der Bezahlschranke. Öffentliche Nachdrucke sind keine Werksfreigabe.
Steht in der Zeichnung Innenradius und Außenradius widersprüchlich, prüft niemand dieselbe Kante.
| Angabe | Warum sie den Radius ändert |
|---|---|
| Zeichnung mit Revision | sonst biegt niemand denselben Bogen |
| Nenndicke | die Matrize folgt der realen Dicke |
| Innenradius oder Außenradius, nicht beides widersprüchlich | sonst messen Sie verschiedene Kanten |
| Biegewinkel, ob 90° oder schärfer | Shops und Werkstätten unterscheiden genau dort |
| Werkstoffnorm und Zustand | Stahl, Edelstahl und T6 sind nicht dieselbe Zeile |
| Walzrichtung zur Biegelinie | parallel zur Faser trägt oft einen anderen Mindestbogen |
| Menge Muster und Serie | Kailai kann Laser plus Kante prüfen, wenn sich die Kontur wiederholt; das ersetzt die Zeichnung nicht |

—
Was passiert, wenn der Radius zu klein gewählt wird
Wenn der Innenradius kleiner ist als das Material verträgt, reißt die Außenseite der Biegung auf. Die Rissbildung hängt von Zugfestigkeit, Dicke und Biegewinkel ab – nicht nur vom Radius allein.
Bei Aluminium kommt hinzu: härtere Zustände (T6) vertragen engere Radien schlechter als weiche Zustände derselben Legierung. Eine Faustregel „Aluminium 2-mal Dicke“ sagt nichts über den Zustand. Das bleibt unter welches Alu sich kanten lässt. Diese Radiusseite überschreibt die Kantseite nicht.
Auch die Walzrichtung spielt eine Rolle. Parallel zur Walzfaser gebogen, neigen viele Materialien eher zu Rissen als quer dazu. In der Zeichnung sollte die Biegelinie zur Walzrichtung angegeben sein – oder der Konstrukteur muss die kritische Richtung kennen.
Die Frage ist nicht „welcher Radius ist erlaubt“, sondern „welcher Radius hält bei meinem Werkstoff, meiner Dicke, meinem Winkel und meiner Walzrichtung“.

—
Welche Angaben Kailai für eine Bewertung braucht
Wer einen Biegeradius nach Zeichnung bewerten lassen will, schickt die Datei nach Laizhou. Die Domain .de ist der deutsche Marktauftritt, nicht das Werk.
Kailai braucht für eine erste Routeinschätzung:
- Zeichnung mit Revisionsstand (2D PDF plus 3D STEP/IGES wenn vorhanden)
- Werkstoffnorm und Lieferzustand
- Nenndicke und Toleranzvorgabe
- Innenradius oder Außenradius – nicht beides widersprüchlich
- Biegewinkel (90° oder abweichend)
- Walzrichtung zur Biegelinie, wenn bekannt
- Menge für Muster und Serie
Die Anfrage geht über Kontakt. Mehr zur Fertigung: Blechteile nach Zeichnung.

—
Häufige Fragen
Was ist der Biegeradius?
Der Biegeradius ist der Innenradius der Kante, dort wo das Blech um die Stempelspitze liegt. Ein Shop-Blog unterscheidet ihn vom streuenden Außenradius. Laserhub hängt den Innenradius vor allem an die Gesenkweite. Ob der Radius hält, steht in der Zeichnung, nicht in einer fremden Tabelle.
Welcher Mindestbiegeradius gilt für 3 mm Stahl?
Keine Millimeterzahl gilt pauschal. Öffentliche Seiten nennen 2,4 mm (0,8-mal Dicke), 2,75 mm (Shop-Wert), 3 mm (1-mal Dicke) oder etwa 3,0 bis 6,3 mm (Gesenkfenster). Kailai übernimmt keine. Dicke, Winkel, Innen- oder Außenmaß und Werkstoff gehören in die Zeichnung.
Gilt immer das Einfache der Dicke?
Nein. Eine Maschinenhändlerseite setzt Stahl auf 1-mal Dicke, eine andere Erklärung auf 0,8-mal. Derselbe Shop, der K zwischen 0,5 und 2 nennt, schreibt für 3 mm Stahl 2,75 mm – das ist nicht 1-mal. Die Zeichnung nennt den Radius, nicht der Multiplikator.
Darf ich die 247-Tabelle als Werksmaß übernehmen?
Nein. Die Millimetertabelle eines Online-Shops ist dessen Werkstattraster. Ihre Edelstahlzeile 3,75 mm trifft das eigene Formelbeispiel. Ihre Stahlzeile 2,75 mm trifft weder 0,8-mal noch 1-mal Dicke. Laserhub öffnet für dieselbe 3-mm-Stahlkante ein Fenster bis etwa 6,3 mm.
Reicht Aluminium ohne Zustand für den Radius?
Nein. Eine Faustregel „Aluminium 2-mal Dicke“ und ein Shop-Wert von 2,50 mm bei 3 mm sagen nichts über den Zustand. T6 derselben EN-AW-Nummer trägt andere Radien als ein weicher Lieferzustand. Die Aluminium-Kantseite bleibt die Kantseite. EN-AW-Nummer, Zustand und Radiusbezug gehören zusammen in die Zeichnung.