Fordern Sie für das Vormaterial Ihrer Stanzteile das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 ausdrücklich an und lassen Sie den Bezug zur vorgesehenen Lieferung bestätigen. Vereinbaren Sie die Maßprüfung der fertigen Teile separat. Ein Materialzeugnis beantwortet nicht automatisch, ob Lochpositionen oder Biegewinkel der Zeichnung entsprechen. Bei Kailai werden Werkstoffnachweise projektbezogen mit dem Angebot bestätigt.
Für Ihre Anfrage zu Stanzteilen nach Zeichnung brauchen Sie damit zwei klar beschriebene Nachweise: einen für das eingesetzte Vormaterial und einen für die vereinbarten Merkmale am fertigen Teil. So können Sie den angebotenen Dokumentationsumfang vor der Bestellung gezielt prüfen.

Was belegt das Vormaterialzeugnis, was der Maßprüfbericht?
Entscheidend ist, welches Erzeugnis im jeweiligen Dokument beschrieben wird. Bezieht sich das 3.1-Zeugnis auf das Blech oder Band, dokumentiert es die dafür bestätigten Anforderungen und spezifischen Prüfergebnisse. Daraus entsteht noch kein Messbericht für die Geometrie des anschließend gefertigten Stanzteils.

Ein einfaches Beispiel: Für einen Haltewinkel benötigen Sie einen Nachweis zum verwendeten Stahl und einen Nachweis zum montagekritischen Lochabstand. Die Materialunterlage und der Maßbericht beantworten verschiedene Fragen. Beide sollten zur bestellten Position passen. Welcher Bezug zwischen Materiallieferung, Fertigungslos und fertigen Teilen dokumentiert werden soll, gehört deshalb in die technische Abstimmung.
| Ihr Prüfbedarf | Dafür anzufordernde Unterlage | Vor der Bestellung klären |
|---|---|---|
| Nachweis zum eingesetzten Blech oder Band | Vereinbartes Vormaterialzeugnis, bei entsprechender Forderung Typ 3.1 nach EN 10204 | Werkstoff, Lieferzustand, Erzeugnisbezug und Zuordnung zur Lieferung |
| Kontrolle von Lochpositionen, Winkeln oder anderen Zeichnungsmaßen | Maßprüfbericht für das fertige Teil | Zeichnungsrevision, zu prüfende Merkmale und Messzustand |
| Dokumentation der ersten Muster | Vereinbarte Erstmusterprüfung | Umfang, Berichtsformat und Freigabeablauf |
| Bestimmte Ablagestruktur beim Kunden | Dokumentenliste oder Kundenformular | Dateiformat, Zuordnungsmerkmale und Übergabezeitpunkt |
Die DIN EN 10204:2005-01 beschreibt Arten von Prüfbescheinigungen. Typ 3.1 enthält Ergebnisse spezifischer Prüfung und wird durch einen von der Fertigung unabhängigen Abnahmebeauftragten des Herstellers bestätigt. Das bedeutet nicht automatisch eine externe Prüfung durch eine Zertifizierungsstelle. Welche Prüfungen und Werte erforderlich sind, hängt zusätzlich von der Erzeugnisspezifikation und Bestellung ab.
Auch die Bezeichnung zählt: Typ 2.1 heißt Werksbescheinigung und enthält keine Prüfergebnisse. Typ 2.2 heißt Werkszeugnis und enthält Ergebnisse nichtspezifischer Prüfung. Eine ausdrücklich geforderte 3.1-Unterlage sollten Sie daher nicht allein wegen eines ähnlich klingenden Dokumententitels als erfüllt ansehen. Die Übersicht von Zickwolff erläutert diese Unterschiede für metallische Erzeugnisse.
Kailai unterscheidet auf der Seite Qualität und Prüfung zwischen Maßprüfung, Erstmusterprüfung, Materialnachweisen und kundenspezifischen Dokumentationsformaten. Werkstoffnachweise werden mit dem Angebot bestätigt. Umfang und Form der Dokumentation werden vor Auftragsfreigabe festgehalten. Eine pauschale Zusage, jedes Stanzteil werde mit einem 3.1-Zeugnis geliefert, lässt sich daraus nicht ableiten.
Welche Angaben gehören in Ihre Anfrage und Angebotsprüfung?
Schreiben Sie nicht nur „mit Materialzertifikat“. Nennen Sie das Vormaterial, den geforderten Zeugnistyp und den gewünschten Bezug zur Lieferung. Ergänzen Sie daneben den Prüfbericht für das fertige Teil. Die folgende Liste können Einkauf und Qualitätssicherung gemeinsam mit der Zeichnung durchgehen.

| Angabe in Ihrer Anfrage | Konkret festlegen |
|---|---|
| Bestellte Position | Teilenummer, Zeichnungsnummer und freigegebene Revision |
| Vormaterial | Vollständige Werkstoffbezeichnung mit Norm oder Werksnorm, Lieferzustand und Blechdicke |
| Materialnachweis | Beispielsweise Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204 für das eingesetzte Vormaterial, sofern für Ihr Projekt gefordert |
| Dokumentenbezug | Welche Material- und Lieferkennzeichnungen die Zuordnung ermöglichen sollen |
| Fertigteilprüfung | Zu prüfende Zeichnungsmerkmale, Messzustand und benötigter Bericht |
| Muster | Ob eine Erstmusterprüfung benötigt wird und welches Berichtsformat gilt |
| Übergabe | Empfänger, gewünschtes Dateiformat und Zeitpunkt der Dokumentenlieferung |
| Angebotsbestätigung | Verfügbarkeit, enthaltene Unterlagen, mögliche Zusatzkosten und offene Abweichungen |
Die Werkstoffangaben für die Angebotsprüfung umfassen bei Kailai Norm oder Werksnorm, Blechdicke, Oberfläche und die einzuhaltenden Maße. Wenn Sie einen bestimmten Lieferzustand oder zusätzliche Prüfungen verlangen, legen Sie die entsprechende Spezifikation bei. Ein nicht ausgefülltes Feld sollte keine stillschweigende Materialfreigabe auslösen.
Mögliche Formulierung für Ihre RFQ:
Bitte prüfen Sie die Lieferung der Stanzteile gemäß beigefügter Zeichnung mit angegebenem Revisionsstand. Für das eingesetzte Vormaterial benötigen wir ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204. Bitte bestätigen Sie im Angebot die Verfügbarkeit, den dokumentierten Erzeugnisbezug und die Zuordnung zur Teilelieferung. Den Maßprüfbericht für die gekennzeichneten Fertigteilmerkmale benötigen wir zusätzlich. Bitte nennen Sie den vorgesehenen Dokumentationsumfang, das Dateiformat, den Übergabezeitpunkt sowie mögliche Zusatzkosten und Abweichungen.
Ersetzen Sie allgemeine Angaben durch Ihre tatsächlichen Anforderungen. Wenn beispielsweise Maße nach einer Oberflächenbehandlung abzunehmen sind, muss dieser Messzustand ausdrücklich vereinbart werden. Die Formulierung ist eine Anfrage zur technischen Bestätigung, keine Aussage über einen bereits zugesagten Lieferumfang.
Prüfen Sie anschließend das Angebot in derselben Reihenfolge: Ist das Vormaterial eindeutig? Ist der verlangte Zeugnistyp bestätigt? Ist der Maßbericht separat genannt? Bleibt die Zuordnung zur Lieferung nachvollziehbar? Sind Musterumfang und Dokumentenübergabe geklärt? Offene Punkte gehören vor die Auftragsfreigabe.
Sie können Zeichnung und Spezifikation über die technische Anfrage übermitteln. Für Ihre Stanzteile nach Zeichnung werden Material, Fertigungsanforderungen und gewünschte Nachweise gemeinsam geprüft. Übernehmen Sie den bestätigten Umfang anschließend in Ihre Bestellung.
Häufige Fragen
Was bestätigt ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 für das Vormaterial von Stanzteilen?
Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 für das Vormaterial von Stanzteilen bestätigt die Übereinstimmung des beschriebenen Erzeugnisses mit der Bestellung und enthält Ergebnisse spezifischer Prüfung. Die Bestätigung erfolgt durch einen von der Fertigung unabhängigen Abnahmebeauftragten des Herstellers. Prüfen Sie deshalb neben dem Zeugnistyp immer den Erzeugnisbezug und die Zuordnung zur Lieferung.
Kann ein Werkszeugnis 2.2 das geforderte 3.1-Zeugnis ersetzen?
Ein Werkszeugnis 2.2 für das Vormaterial von Stanzteilen enthält Ergebnisse nichtspezifischer Prüfung. Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 enthält dagegen Ergebnisse spezifischer Prüfung. Wenn Ihre Bestellung ausdrücklich Typ 3.1 verlangt, erfüllt die Bezeichnung Typ 2.2 diese Forderung nicht. Klären Sie eine vorgeschlagene Alternative mit Ihrer Qualitätssicherung, bevor Sie den Dokumentationsumfang freigeben.
Was bedeutet die allgemeine Bezeichnung Materialzeugnis bei Stanzteilen?
Ein Materialzeugnis für Stanzteile ist als allgemeine Bezeichnung noch keine eindeutige Festlegung eines Typs nach EN 10204. Die Norm unterscheidet unter anderem die Werksbescheinigung 2.1, das Werkszeugnis 2.2 und das Abnahmeprüfzeugnis 3.1. Nennen Sie in der Anfrage den tatsächlich benötigten Typ und das Erzeugnis, auf das sich der Nachweis beziehen soll.
Ersetzt das Vormaterialzeugnis den Maßprüfbericht für fertige Stanzteile?
Ein Vormaterialzeugnis für Stanzteile ersetzt keinen gesondert vereinbarten Maßprüfbericht für fertige Stanzteile. Das Materialdokument und die Prüfung von Zeichnungsmaßen haben unterschiedliche Bezüge. Kailai führt Maßprüfung und Materialnachweise als getrennte Dokumentationsanforderungen. Legen Sie deshalb die zu prüfenden Fertigteilmerkmale, den Zeichnungsstand und den benötigten Bericht vor Auftragsfreigabe fest.
Liefert Kailai Stanzteile grundsätzlich mit einem 3.1-Zeugnis?
Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 für Stanzteile gehört bei Kailai nicht zu einem pauschal bestätigten Standardumfang. Kailai bestätigt Werkstoffnachweise projektbezogen mit dem Angebot. Geben Sie die gewünschte Bescheinigung bereits bei der Anfrage an und lassen Sie Verfügbarkeit, Umfang und Form vor Auftragsfreigabe festhalten. Maßberichte und Erstmusterunterlagen sind gesondert abzustimmen.