Ein Prüfbericht für Stanzteile braucht eine eindeutige Verbindung zwischen Zeichnungsstand, Prüfmerkmal und gemessenem Musterteil. Eine Liste mit Soll- und Istwerten allein reicht dafür nicht aus. Vereinbaren Sie Merkmalsnummern, Musterkennzeichnung und Berichtsfelder vor der Prüfung. Kailai bietet zeichnungsbezogene Prüfberichte, dokumentierte Erstmusterprüfungen und kundenspezifische Dokumentationsformate nach vorheriger Abstimmung an.
Für Ihre Stanzteile nach Zeichnung können Sie damit vor der Bestellung festlegen, welche Unterlagen zusammengehören. Bei der Lieferung lässt sich anschließend kontrollieren, ob jeder vereinbarte Messwert zum richtigen Merkmal und zum richtigen Muster gehört.

Wie verbinden Sie Zeichnung, Merkmal und Messwert?
Vergeben Sie für die zu dokumentierenden Merkmale eindeutige Positionsnummern auf einer Kopie der freigegebenen Zeichnung. Dieselben Nummern stehen im Messbericht. Zeichnungsnummer und Revision bleiben zusätzlich erforderlich: Eine Positionsnummer allein identifiziert noch keinen gültigen Dokumentstand.

Die öffentlich zugängliche EMPB-Anleitung von Tecan zeigt dieses Prinzip mit nummerierten Zeichnungsmerkmalen und zugehörigen Ergebnissen. Die dort festgelegten Musterzahlen, Messverfahren und Freigabeschritte gelten für Tecan. Übernehmen Sie solche kundenspezifischen Vorgaben nur, wenn sie für Ihren eigenen Auftrag vereinbart sind.
| Zuordnung | Angabe in den Unterlagen | Kontrolle beim Eingang |
|---|---|---|
| Bauteil | Kunden- und gegebenenfalls Lieferantenartikelnummer | Bezeichnen Bericht und Lieferung dasselbe Teil? |
| Dokumentstand | Zeichnungsnummer, Revision und mitgeltende Spezifikationen | Liegt der im Auftrag vereinbarte Stand zugrunde? |
| Merkmal | Eindeutige Positionsnummer in Zeichnung und Bericht | Ist die Messstelle ohne Vermutung auffindbar? |
| Anforderung | Sollwert, zulässige Abweichungen und Einheit | Entspricht die Vorgabe der freigegebenen Zeichnung? |
| Muster | Eindeutige Kennzeichnung des geprüften Exemplars | Ist jeder Istwert einem bestimmten Muster zugeordnet? |
| Prüfung | Verwendetes Prüfmittel und relevante Prüfbedingungen | Ist das Messergebnis nachvollziehbar? |
| Ergebnis | Istwert, Bewertung und gekennzeichnete Abweichung | Sind offene Punkte vor der Freigabe sichtbar? |
Auch die Ausfüllhilfe von CERPRO trennt Stammdaten, Zeichnungsmerkmale, Prüfmethoden, Messwerte und Bewertung. Ein Formular kann diese Angaben ordnen. Ob die eingetragenen Werte tatsächlich zum richtigen Teil gehören, müssen Lieferant und Abnehmer jedoch über ihre Kennzeichnung und Dokumentenprüfung absichern.
Bei wiederholten Konturen ist besondere Sorgfalt nötig. Zwei gleich große Bohrungen sind zwei Stellen am Bauteil. Wenn beide einzeln geprüft werden sollen, muss aus dem Bericht hervorgehen, welcher Wert zu welcher Bohrung gehört. Legen Sie dafür eine Positionsfolge oder eindeutige Unterpositionen fest, statt mehrere Ergebnisse unter einer unklaren Sammelbezeichnung abzulegen.
Dasselbe gilt für mehrere Muster. Die Merkmalsnummer beschreibt die Prüfaufgabe; die Musternummer beschreibt das geprüfte Exemplar. Diese beiden Angaben erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine Prüftabelle sollte deshalb bei mehreren Exemplaren klar getrennte Ergebnisspalten oder eine andere vereinbarte Zuordnung enthalten.
Die Nummerierung löst allerdings keine unklare technische Anforderung. Bezüge, Messzustand und Toleranzen müssen bereits feststehen. Wenn hier Fragen offen sind, klären Sie zunächst die Messbedingungen und Toleranzanforderungen, bevor die endgültige Prüfliste erstellt wird.
Welches Berichtspaket vereinbaren Sie vor der Musterlieferung?
Bestellen Sie den benötigten Dokumentationsumfang ausdrücklich. Ein Bericht über ausgewählte Maße ist nicht automatisch eine vollständige Erstmusterdokumentation. Maßprüfung, Materialnachweis, besondere Untersuchungen und Kundenfreigabe sollten im Auftrag jeweils mit ihrem tatsächlichen Umfang beschrieben sein.

Auf der Seite Qualität und Prüfung beschreibt Kailai drei passende Leistungen: Maßprüfung gegen Zeichnung mit Handmessmitteln und Prüfbericht, vollständig vermessene und dokumentierte Erstmuster im eigenen Prüfraum sowie Kundenprüfpläne und Dokumentationsformate nach Vorgabe. Umfang und Form der Unterlagen werden vor der Auftragsfreigabe abgestimmt. Besondere Messverfahren oder zusätzliche Nachweise müssen für das konkrete Bauteil bestätigt werden.
Senden Sie deshalb zusammen mit der Zeichnung auch Ihre Berichtsvorlage, sofern Sie eine verwenden. Benennen Sie die zu dokumentierenden Merkmale, die erforderlichen Muster, die Kennzeichnungsart und den Liefertermin der Unterlagen. Geben Sie außerdem an, ob die Dokumentation vor der Ware zur Prüfung vorliegen soll.
| Vor der Bestellung festlegen | Bei der Abgabe zusammenhalten |
|---|---|
| Gültige Zeichnung und gegebenenfalls weitere Spezifikationen | Bericht und dazugehörige freigegebene Dokumentstände |
| Nummerierung der vereinbarten Prüfmerkmale | Nummerierte Zeichnung und Ergebnistabelle |
| Anzahl und Kennzeichnung der Muster | Messwerte und zuordenbare Musterteile |
| Berichtsvorlage, Dateiformat und Sprache | Vollständiges vereinbartes Dokumentenpaket |
| Vorgehen bei Abweichungen und zuständige Freigabestelle | Abweichungshinweis und dokumentierte Entscheidung |
Der Leitfaden von SICK zur Erstbemusterung verlangt beispielsweise einen Bericht mit Bezug zu gekennzeichneten Musterteilen und mit Angaben zu Prüfmitteln beziehungsweise relevanten Prüfbedingungen. Auch dies ist eine konkrete Kundenanforderung. Für Ihre Bestellung legen Sie den passenden Umfang mit Ihrer Qualitätssicherung und dem Lieferanten fest.
Ändert sich die Zeichnung während der Bearbeitung, muss auch die Berichtsbasis geprüft werden. Übertragen Sie alte Positionsnummern und Messwerte nicht ungeprüft in einen neuen Stand. Halten Sie fest, welche Merkmale geändert wurden und welche Ergebnisse weiterhin verwendbar sind. Der Umfang einer erneuten Prüfung gehört ausdrücklich abgestimmt.
Bei einem abweichenden Ergebnis sollte der Bericht die Abweichung offen zeigen. Eine Freigabeentscheidung und ein Messergebnis sind getrennte Informationen. Das Umbenennen eines Ergebnisses oder das nachträgliche Ändern des Sollwerts ersetzt keine technische Klärung.
Senden Sie Ihre Vorlage und die freigegebene Zeichnung über die technische Anfrage. Für Ihre Stanzteile nach Zeichnung können Prüfmerkmale, Musterkennzeichnung und Berichtsumfang dann gemeinsam vor der Fertigung vereinbart werden.
Häufige Fragen
Wozu dient eine nummerierte Zeichnung für Stanzteile?
Eine nummerierte Zeichnung für Stanzteile verbindet die vereinbarten Prüfmerkmale mit den entsprechenden Positionen im Messbericht. Die Merkmalsnummer ersetzt weder Zeichnungsnummer noch Revision. Tecan zeigt diese Zuordnung in seiner EMPB-Anleitung. Für den eigenen Auftrag sollten Nummerierung, gültiger Dokumentstand und Umfang der erfassten Merkmale vor der Prüfung abgestimmt sein.
Wie werden wiederholte Merkmale im Prüfbericht für Stanzteile unterschieden?
Wiederholte Merkmale im Prüfbericht für Stanzteile brauchen eine eindeutige örtliche Zuordnung, wenn mehrere gleiche Konturen einzeln nachgewiesen werden sollen. Tecan fordert in seiner Anleitung auch wiederholt vorhandene Merkmale im Bericht. Vereinbaren Sie dafür verständliche Positionsnummern oder Unterpositionen und kennzeichnen Sie, welches Ergebnis zu welcher Stelle am Bauteil gehört.
Warum braucht die Musterkennzeichnung für Stanzteile eine eigene Zuordnung?
Die Musterkennzeichnung für Stanzteile ordnet Messergebnisse einem bestimmten geprüften Exemplar zu. Eine Merkmalsnummer beschreibt dagegen die Prüfaufgabe. SICK verlangt in seinem Leitfaden einen Messbericht mit Bezug zu den Musterteilen. Stimmen Sie deshalb die Kennzeichnung und die getrennte Erfassung der Ergebnisse vor dem Versand mit dem Lieferanten ab.
Was bedeutet eine Zeichnungsänderung für den Prüfbericht für Stanzteile?
Eine Zeichnungsänderung für den Prüfbericht für Stanzteile erfordert die Prüfung, ob Dokumentstand, Merkmalsnummern und vorhandene Ergebnisse weiterhin zusammenpassen. SICK nennt Zeichnungsänderungen als möglichen Anlass für eine neue Bemusterung. Welche Merkmale erneut geprüft werden müssen, legen Auftraggeber und Lieferant für die konkrete Änderung fest; alte Werte dürfen nicht ungeprüft übernommen werden.
Welche Dokumentation bietet Kailai für Stanzteile an?
Die Dokumentation von Kailai für Stanzteile umfasst laut Qualitätsseite zeichnungsbezogene Prüfberichte, dokumentierte Erstmusterprüfungen sowie kundenspezifische Prüfpläne und Dokumentationsformate. Materialnachweise werden projektbezogen bestätigt. Senden Sie Ihre Anforderungen vor der Auftragsfreigabe, damit der angebotene Umfang zum benötigten Berichtspaket passt. Zusätzliche Messverfahren und Nachweise benötigen eine Bestätigung für das jeweilige Bauteil.