Gestanztes Verbindungselement mit sichtbaren Blechflächen und Schnittkanten

Welche Oberfläche meinen Sie bei der Rauheitsangabe für Stanzteile?

Ordnen Sie jede Rauheits- oder Oberflächenforderung einer konkreten Zone zu: der ursprünglichen Blechfläche, der gestanzten Schnittfläche, einer entgrateten Kante oder einer später bearbeiteten Funktionsfläche. Nennen Sie Parameter, Grenzwert, Messrichtung, Messstelle und Bauteilzustand. Eine globale Rauheitsangabe kann diese Flächen nicht zuverlässig beschreiben, weil sie durch unterschiedliche Prozesse entstehen.

Bei Stanzteilen nach Zeichnung verhindert diese Zuordnung, dass der Lieferant einen Wert für die Blechoberseite liest, während der Käufer eigentlich die Schnittfläche einer Bohrung oder eine Dichtfläche meint.

Gestanztes Verbindungselement mit sichtbaren Blechflächen und Schnittkanten

Warum sind Blechfläche, Schnittfläche und entgratete Kante getrennte Merkmale?

Die Blechfläche stammt aus der Herstellung und dem Oberflächenzustand des Vormaterials. Eine gestanzte Kontur entsteht dagegen durch den Schneidvorgang. Feintool beschreibt normal gestanzte Teile mit einem Schnitt- und einem Bruchanteil; beim Feinschneiden kann der Glattschnittanteil deutlich erhöht werden. Die sichtbare Trennfläche ist deshalb keine einfache Fortsetzung der Walzoberfläche.

Gestanzte Konsole mit Außenkontur, Bohrungen und beschichteter Blechfläche

Entgraten verändert wiederum hauptsächlich den scharfen Übergang und kann je nach Verfahren auch angrenzende Flächen beeinflussen. Eine Forderung „Ra …, ohne fühlbaren Grat“ vermischt daher zwei verschiedene Prüfaufgaben: Rauheit beschreibt ein Oberflächenprofil, während der zulässige Grat oder Kantenbruch den Randzustand betrifft. Der Beitrag Stanzteile entgraten behandelt die Auswahl des Kantenverfahrens ausführlich.

Fläche am Stanzteil Entstehung Praktische Zeichnungsangabe
gewalzte Blechoberseite Vormaterial und eventuelle Beschichtung Sichtseite, Materialoberfläche und zulässiger Zustand
gestanzte Schnittfläche Werkzeug, Schneidspalt, Material und Werkzeugzustand betroffene Kontur, geforderter Schnittflächenzustand und Prüfbereich
Gratseite Austrittsseite des Schneidvorgangs Gratseite, maximale Kante oder Nachbearbeitung eindeutig festlegen
entgratete Kante Bürsten, Schleifen, Gleitschleifen oder anderer vereinbarter Prozess Kantenbruch oder Radius mit Prüfmethode definieren
bearbeitete Funktionsfläche nachträgliches Fräsen, Schleifen oder anderes Verfahren Rauheitsparameter, Grenzwert, Bearbeitungszugabe und Messstelle
beschichtete Fläche Oberflächenprozess nach dem Stanzen Messzustand und Schichtsystem von der metallischen Rauheit trennen

Der Google-Spitzentreffer erläutert, wie Oberflächenangaben in technischen Zeichnungen eingetragen werden. Keyence weist darauf hin, dass die Auswertung von Linien- und Flächenrauheit unterschiedliche Informationen liefert. Für eine Bestellung bedeutet das: Ein Zahlenwert ohne Fläche, Messrichtung und Auswertebedingung ist keine vollständige Prüfanweisung.

Eine besondere Schnittflächenqualität kann ein anderes Verfahren oder eine Nachbearbeitung erfordern. Feintool stellt Feinschneiden ausdrücklich als Präzisionsvariante mit hohem Glattschnittanteil dar. Daraus folgt keine automatische Verfügbarkeit bei einem gewöhnlichen Stanzangebot. Wenn eine Bohrungswand als Führung, Dicht- oder Reibfläche arbeitet, beschreiben Sie die Funktion und lassen Sie die Fertigungsroute bestätigen.

Wie wird die Rauheitsforderung zur prüfbaren Bestellangabe?

Markieren Sie die betroffene Fläche direkt in der Ansicht oder über eine eindeutige Merkmalsnummer. Geben Sie an, ob der Wert am Rohblech, am gestanzten Teil, nach dem Entgraten, nach einer mechanischen Bearbeitung oder nach der Beschichtung gilt. Für ein örtlich begrenztes Merkmal braucht der Prüfplan eine zugängliche und reproduzierbare Messstelle.

Gestanztes Aluminiumteil mit Langlöchern und mehreren Oberflächenzonen

Eine belastbare Anfrage enthält mindestens:

  • Zeichnung und 3D-Modell mit derselben Revision;
  • genaue Fläche oder Kontur, auf die sich die Forderung bezieht;
  • Rauheitsparameter und Grenzwert aus der freigegebenen Spezifikation;
  • Messrichtung, Messstelle und erforderliche Messlänge beziehungsweise Methode;
  • Bauteilzustand vor oder nach Entgraten, Bearbeitung und Beschichtung;
  • separate Kantenanforderung für Grat, Kantenbruch oder Radius;
  • funktionalen Grund, etwa Dichtung, Gleiten, Kontakt, Optik oder Beschichtung;
  • gewünschten Prüfbericht und Prüfhäufigkeit.

Verwenden Sie Ra und Rz nicht austauschbar. Die DGQ erläutert, dass verschiedene Rauheitskenngrößen unterschiedliche Eigenschaften eines Profils abbilden und dass sich die zugrunde liegende Normenreihe geändert hat. Übernehmen Sie deshalb keinen alten Tabellenwert ohne die in Ihrem Projekt freigegebene Spezifikation und ohne eindeutige Messbedingung.

Für sehr schmale Schnittflächen kann die Zugänglichkeit des Messgeräts begrenzt sein. In solchen Fällen kann ein optisches Verfahren, ein Vergleichsmuster oder ein anderes funktionales Abnahmekriterium sinnvoller sein. Die Methode muss vor der Bestellung abgestimmt werden; ein nicht messbarer Grenzwert erzeugt später nur Streit über die Abnahme.

Kailai veröffentlicht eine dreistufige Prüfung gegen Kundenzeichnung und projektbezogene Maßberichte. Die Stanzseite nennt überwiegend Einzelwerkzeuge und verschiedene Folgeprozesse, aber keine universelle Rauheit der Schnittfläche und kein pauschales Feinschneidverfahren. Der tatsächlich erreichbare Zustand muss für Werkstoff, Dicke, Kontur und gewünschte Nachbearbeitung geprüft werden.

Senden Sie markierte Zeichnung, Werkstoff, Dicke und Funktion über die technische Anfrage. Für Ihre Stanzteile nach Zeichnung kann Kailai dann bestätigen, welche Oberfläche mit dem vorgesehenen Prozess entsteht, welche Nacharbeit nötig ist und wie das Merkmal im Prüfbericht nachgewiesen wird.

Häufige Fragen

Gilt die Rauheitsangabe der Blechfläche auch für die Schnittfläche eines Stanzteils?

Die Rauheitsangabe der Blechfläche gilt nicht automatisch für die Schnittfläche eines Stanzteils. Die Blechfläche stammt aus dem Vormaterial, während die Schnittfläche durch den Trennvorgang entsteht. Feintool unterscheidet beim Normalstanzen Schnitt- und Bruchanteile. Kennzeichnen Sie daher die betroffene Fläche und deren Messzustand ausdrücklich in der Zeichnung.

Ist eine Kante ohne fühlbaren Grat dasselbe wie eine niedrige Rauheit?

Eine Kante ohne fühlbaren Grat ist nicht dasselbe wie eine niedrige Rauheit. Der zulässige Grat betrifft den Randzustand beziehungsweise einen unerwünschten Materialüberstand; Rauheit beschreibt das Profil einer bestimmten Oberfläche. Für Stanzteile sollten Gratseite, zulässiger Kantenbruch oder Radius und eine Rauheitsforderung getrennt angegeben und mit jeweils passender Prüfmethode abgenommen werden.

Reicht ein Ra-Wert für die Schnittfläche eines Stanzteils aus?

Ein Ra-Wert für die Schnittfläche eines Stanzteils reicht ohne weitere Angaben nicht aus. Nennen Sie konkrete Kontur, Messrichtung, Messstelle, Bauteilzustand und freigegebene Auswertebedingung. Keyence unterscheidet Linien- und Flächenrauheit; die DGQ erläutert verschiedene Profilkenngrößen. Bei schmalen Schnittflächen muss zusätzlich die praktische Messbarkeit vorab bestätigt werden.

Kann Kailai einen bestimmten Glattschnittanteil für Stanzteile zusagen?

Einen bestimmten Glattschnittanteil für Stanzteile kann Kailai nur nach Prüfung von Werkstoff, Dicke, Kontur, Werkzeug und Fertigungsroute zusagen. Die öffentliche Stanzseite nennt überwiegend Einzelwerkzeuge, aber keinen universellen Glattschnittwert und kein pauschales Feinschneidverfahren. Markieren Sie die Funktionskontur und übernehmen Sie nur den schriftlich bestätigten Wert in die Bestellung.

Welcher Prüfbericht bestätigt die Oberflächenforderung eines Stanzteils?

Der Prüfbericht zur Oberflächenforderung eines Stanzteils sollte Zeichnungsrevision, Merkmalsnummer, geprüfte Fläche, Parameter, Messbedingung und Ergebnis verbinden. Kailai stellt Prüfberichte projektbezogen zusammen und prüft gegen die Kundenzeichnung. Vereinbaren Sie vorab, ob eine Rauheitsmessung, Sichtprüfung, Kantenprüfung oder ein funktionaler Vergleich für das Merkmal maßgebend ist.