Ersetzen Sie die Forderung „sauber liefern“ durch eine prüfbare Beschreibung: Benennen Sie die funktionsrelevanten Flächen, unterscheiden Sie Partikel von filmischen Rückständen wie Öl, legen Sie Grenzkriterium und Prüfverfahren fest und bestimmen Sie den Zustand bei der Übergabe. Reinigung und Verpackung müssen gemeinsam geplant werden, damit gereinigte Teile nicht erneut verunreinigt werden.
Für Stanzteile nach Zeichnung sollte die Sauberkeitsforderung aus dem Folgeprozess oder der späteren Funktion kommen und mit allen Prüfangaben bereits vor Angebot und Prozessplanung vorliegen.

Welche Rückstände gefährden Funktion oder Folgeprozess?
Partikel und filmische Rückstände sind unterschiedliche Prüfaufgaben. Zu Partikeln zählen beispielsweise Späne, Abrieb, Fasern oder Oxidreste. Filmische Rückstände können Stanzöl, Fett, Reinigungsmittel oder Konservierungsmittel sein. Fraunhofer IPA beschreibt für beide Gruppen unterschiedliche Analysewege und nennt für Restöl sogar eigene Bestimmungsverfahren.

Die Funktion entscheidet, was kritisch ist. Ein loses Metallteilchen kann eine kleine Bohrung, einen elektrischen Kontakt oder einen bewegten Mechanismus stören. Ein dünner Ölfilm kann dagegen Schweißen, Kleben, Dichten oder Beschichten beeinflussen. Fraunhofer IGCV nennt Ölreste ausdrücklich als möglichen Störfaktor für nachfolgende Schweiß- und Lackierprozesse.
| Rückstand | Mögliches Risiko | Geeignete Bestellangabe |
|---|---|---|
| lose Partikel | Blockieren, Abrieb, Kurzschluss oder sichtbare Einschlüsse | betroffene Fläche, zulässige Partikelklasse und Prüfmethode |
| Späne an Kanten und Bohrungen | Montage- oder Verletzungsrisiko | definierter Kanten- und Reinigungszustand |
| Stanzöl oder Fettfilm | Störung von Schweißen, Kleben oder Beschichten | zulässiger filmischer Rückstand und Nachweis |
| Reinigungsmittelreste | Flecken, Korrosion oder Prozessstörung | Spül- und Trockenzustand sowie Abnahmekriterium |
| Korrosionsschutzmittel | gewollter Schutz, aber möglicher Konflikt mit Montage | Mittel, Auftrag, Entfernung und Folgeprozess abstimmen |
VDA 19.1 und ISO 16232 werden häufig für partikuläre Sauberkeitsanalysen genannt. Daraus entsteht jedoch kein allgemeiner Grenzwert für jedes Stanzteil. Fraunhofer weist darauf hin, dass die technische Funktion die Anforderung bestimmt. Der Käufer muss deshalb die zulässige Belastung aus seinem System oder seiner Werksnorm ableiten und dem Lieferanten die maßgebende Ausgabe nennen.
Auch die Prüfmethode gehört zur Anforderung. Eine Flüssigkeitsextraktion kann Partikel aus schwer zugänglichen Bereichen lösen, während filmische Rückstände andere Methoden benötigen. Fraunhofer IPM beschreibt optische Fluoreszenzverfahren für organische Oberflächenbeläge. Verwenden Sie daher nicht denselben Zahlenwert oder dieselbe Methode für Partikel und Restöl.
Wie werden Reinigung, Prüfung und Verpackung bestellt?
Definieren Sie zuerst den Lieferzustand. Muss das Teil unmittelbar schweißbar, klebbar oder beschichtbar sein, ist die zulässige filmische Belastung wichtiger als bei einem Teil, das vor der Montage ohnehin im eigenen Prozess gereinigt wird. Wird ein Korrosionsschutz benötigt, muss dessen Entfernung mitgedacht werden.

Eine belastbare Anfrage enthält:
- Zeichnungsnummer, Revision und Werkstoff;
- markierte funktions- und sauberkeitsrelevante Flächen;
- Unterscheidung zwischen Partikeln und filmischen Rückständen;
- maßgebende Kunden-, Werks- oder Prüfspezifikation mit Ausgabe;
- Grenzkriterium, Prüfmethode, Extraktionsbereich und Auswertung;
- Zustand vor oder nach Entgraten, Waschen, Beschichten und Konservieren;
- gewünschte Prüfhäufigkeit und Berichtsform;
- Verpackung, Zwischenlagen, Verschluss und zulässige Handhabung nach der Reinigung;
- Lager- und Transportbedingungen bis zum Einsatz.
Die Verpackung ist Teil der Sauberkeitskette. Offene Behälter, fasernde Zwischenlagen oder ungeschützte Handhabung können den erreichten Zustand verändern. Vereinbaren Sie daher, wann das Teil verpackt wird und ob die Verpackung selbst Anforderungen erfüllen muss. Für reine Korrosionsschutzfragen hilft die separate Übersicht zur Korrosionsschutzverpackung.
Kailai veröffentlicht eine zeichnungsbezogene Prüfung und projektbezogene Prüfberichte, aber keinen universellen Restschmutz- oder Restölwert und keine pauschale Laboranalyse nach VDA 19. Senden Sie Funktion, Folgeprozess, Spezifikation und Verpackungszustand über die technische Anfrage. Für Ihre Stanzteile nach Zeichnung kann dann bestätigt werden, welche Reinigung, externe Prüfung oder Nachweiskette Teil des Angebots ist.
Häufige Fragen
Reicht die Forderung „technisch sauber“ für Stanzteile aus?
Die Forderung technisch sauber für Stanzteile reicht ohne Funktionsbezug, Grenzkriterium und Prüfmethode nicht aus. Fraunhofer IGCV beschreibt Reinigung als Entfernen unerwünschter Stoffe bis zu einem erforderlichen, vereinbarten oder möglichen Grad. Nennen Sie deshalb relevante Flächen, Folgeprozess, zulässige Rückstände, Messzustand, Prüfhäufigkeit und Verpackung nach der Reinigung.
Wie wird eine Partikelgrenze für Stanzteile festgelegt?
Eine Partikelgrenze für Stanzteile wird aus der Funktion des Bauteils oder Systems abgeleitet, nicht aus einem allgemeinen Tabellenwert. Fraunhofer IPA nennt VDA 19.1 und ISO 16232 für partikuläre Sauberkeitsanalysen. Geben Sie Extraktionsbereich, Partikelklassen, Auswertung, Probenumfang und maßgebende Spezifikationsausgabe eindeutig in Anfrage und Prüfplan an.
Wie unterscheidet sich eine Restölgrenze für Stanzteile von einer Partikelgrenze?
Eine Restölgrenze für Stanzteile betrifft filmische Verunreinigungen und benötigt eine dafür geeignete Oberflächen- oder chemische Analyse. Fraunhofer IPA trennt Restölbestimmung von der Partikelextraktion. Beschreiben Sie betroffene Fläche, Folgeprozess und zulässigen Film. Eine Partikelzählung allein bestätigt nicht, dass eine Oberfläche für Kleben, Schweißen oder Beschichten geeignet ist.
Muss die Reinigung von Stanzteilen immer vor der Lieferung erfolgen?
Die Reinigung von Stanzteilen muss nicht unabhängig von Funktion und Prozess immer gleich erfolgen. Fraunhofer IGCV leitet den erforderlichen Reinigungsgrad aus Endnutzen oder Folgeprozess ab. Klären Sie, ob das Teil beim Lieferanten, beim Kunden oder unmittelbar vor Montage gereinigt wird und wie Korrosionsschutz und Verpackung dazu passen.
Welche Angaben braucht der Sauberkeitsnachweis für Stanzteile?
Der Sauberkeitsnachweis für Stanzteile sollte Zeichnungsrevision, Prüfbereich, Verfahren, Grenzkriterium, Probenumfang, Ergebnis und Verpackungszustand verbinden. Kailai stimmt Prüfberichte projektbezogen ab und veröffentlicht keinen universellen Sauberkeitsbericht. Vereinbaren Sie vor der Bestellung, ob ein internes Prüfprotokoll, ein externes Laborergebnis oder ein kundenspezifisches Format erforderlich ist.